Es gibt Menschen die wir in der Erde begraben, aber andere, die wir
besonders zärtlich lieben, sind in unsere Herzen gebettet.
Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten,
wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue
Gestalt angenommen, nach dem Gesetz der Seelenwanderung
das im Reich der Liebe herrscht.
[Honoré de Balzac]

Nach dem Tod

Als mein Opa starb, waren seine Frau und alle seine Töchter an seinem Bett, sie alle haben gemeinsam mit ihm die letzten Momente seines Lebens verbracht, und auch den allerletzten Moment gemeinsam mit ihm erlebt.

Als seine Atemzüge immer flacher wurden, das Herz immer unregelmäßiger schlug, die Atemaussetzer immer länger wurden- waren alle seine Lieben da. In feierlicher Stille waren sie zusammen an seinem Bett, als sein Herz für immer aufhörte zu schlagen .

Dieser letzte Atemzug, der letzte Herzschlag ist zwar das Ende des physischen Lebens, aber ist auch das Ende des Geistes, der Seele oder des Bewusstseins?

Noch etwa 15 min. saß die Familie am Bett meines Opas, als meine Tante aufstand und sagte: “Jetzt ist hier nichts mehr, wir können gehen.“

Das mag manchem sicher als Spinnerei vorkommen, aber möglicherweise kann man es spüren, wann die Seele nun endgültig den Raum verlässt.

 

Seit Jahrhunderten beschäftigt sich die Menschheit mit dieser einzigen, scheinbar unlösbaren Frage: Was kommt danach?

Sie könne zum Mond fliegen, sie können in die Tiefsee tauchen, Tiger und Elefanten zähmen, aber sie können niemals die Antwort auf diese Frage bekommen.

 

In allen Kulturen und Generationen wird Totenkult betrieben, von Generation zu Generation über Jahrtausende weitergegeben.

In Ägypten wurden Könige und reiche Kaufleute in Pyramiden bestattet, ihre Leichen wurden einbalsamiert und sie bekamen wahre Schätze mit in die Grabkammern gelegt, damit sie im Jenseits ein genauso sorgenfreies und luxuriöses Leben hatten, wie auf Erden.

In der christlichen Kultur wurden die Spiegel verhängt, wenn jemand starb und das Fenster weit geöffnet, damit die Seele den Weg in den Himmel finden konnte.

Tote wurden in unseren Breitengraden drei Tage aufgebahrt, meist im Sterbebett, und es wurde Totenwache gehalten.

In muslimischen Kreisen gibt es die Totenklage auch, allerdings wurde der Leichnam gleich beerdigt, was aber eher den Wetterverhältnissen zuzuschreiben ist, da der Leichnam in der Hitze schnell verweste.

Indianer tanzten oder sangen, um die Seele auf ihrem Weg zu begleiten.

 


(Quelle:www.pixelquelle.de)

afrikanische Totemmaske

 

 

 

Auch wird in allen Kulturen und Religionen von dem Leben nach dem Tod berichtet.

Sei es das Paradies, der Himmel, die ewigen Jagdgründe, das Nirwana- es hat viele Namen aber doch eine gemeinsame Bedeutung.

Die Seele verlässt den Körper und existiert an einem anderen Ort weiter.

 

Es gibt Geschichten von Geistern, die keine Ruhe finden und nun irgendwo spuken.

Oder Seelen, die verdammt sind in der Hölle zu schmoren, um für irdische Sünden bestraft zu werden.

Manche glauben an Reinkarnation, also daran, Wiedergeboren zu werden.

Was aber ist nun wahr, was erfunden?

 

In allen Kulturen hat der Mensch Antworten gesucht auf Fragen, die er nicht beantworten konnte. So entstanden Irrglaube und Missverständnisse.

Aber auch Legenden, Geschichten und Sagen. Von Göttern die halb Mensch halb Tier sind... Wir wissen heute, das dies nur Geschichten sind, aber sie haben ihre Wirkung auf die Menschen damals nicht verfehlt.

Die meisten Geschichten sind ebenso eingesetzt worden um die Menschen gefügig und gehorsam zu machen, wie z.B. die Drohung vor der Hölle.

Das soll nicht bedeuten, das es sie nicht gibt, aber Beweise dafür, gibt es auch keine- noch ist kein Mensch zurückgekommen und hat gesagt, wie der Himmel ist, oder was uns nach dem Tod erwartet (Ausgenommen Nahtoderlebnisse- die allerdings nie das Leben nach dem Tod beschreiben sondern nur Momentaufnahmen des Sterbens sind).

Vor dem Tod ist nach dem Tod  

 

Ich glaube, das jeder Mensch eine Aufgabe im Leben hat, eine Bestimmung. Es wäre doch fatal, wenn unser Leben sinnlos wäre und nach dem Tod nichts mehr ist.

Wir werden nicht geboren um zu sterben- wir sterben um zu Leben.....

Daran glaube ich- an eine höhere Existenz. Dieses Leben ist vielleicht eine Vorbereitung auf ein anderes, neues Leben.

Sterben ist vielleicht wie ein Umzug- von einer Stadt in die andere- dort warten auch neue Aufgaben, neue Erfahrungen. Nur zieht man halt nicht in eine neue Stadt, sondern in ein neues Leben um.

Die Seele, oder der Geist, oder  das Bewusstsein, wie immer man es auch nennen mag, existiert weiter, an einem anderen Ort, der für uns die hier und jetzt Leben nicht erkennbar ist.

Früher oder später werden wir es erfahren- wir sollten gut vorbereitet sein.

 


Wer weiß schon was der Morgen bringt,
er kreist schon mit dem Morgenwind
Und ahnt, dass wir in Sorge sind,
Doch er weiß auch wir sind alle blind, alle blind Lass Dich retten, wenn der Morgen anbricht
Lass Dir sagen es ist Land in Sicht
Wir wurden so oft gewarnt,
Ich sag dir Babylon ist enttarnt,
Als die, die unsere Zukunft plant
Und die, die ihr Ende nicht ahnt
Was willst du sehen? Feuer von Himmel?
Noch vor Hundert Jahren war der Himmel nicht feuerrot
Was willst du sehen? Jesus auf einem Schimmel?
Er ist für unser Leben gestorben und am Kreuz hängt der Tod
Es muss nicht soweit kommen, wie es kommen wird
Doch ich weiß auch, dass seine Schrift sich niemals irrt
Man liest sie und ist wohl leicht verwirrt,
Doch es scheint als hätten wir uns im Himmel verirrt



Xavier Naidoo/Wer weiß schon was der Morgen bringt